THEATRALE PERFORMANCE „KRIEGT EUROPA SICH (NOCH) ZUSAMMEN?“

Cornelia Hargesheimer

Sonntag, 16. Oktober 2022 - 18 Uhr

Quickinfo / Termine

  • Sonntag, 16. Oktober 2022 – 18 Uhr
  • Eintritt und Getränke – gegen Spende
  • Ort: H31 | The Smart Campus, Hilpertstr. 31, 64295 Darmstadt – Eingangshalle  – Anreiselink
  • im Rahmen der Gemeinschaftsausstellung EXPERIMENT KONTROLLIERTE ENTGLEISUNG mit weiteren Künstler:innen vom 30. Juni bis 31. Dezember 2022 – siehe Gemeinschaftsseite
  • Die Plätze sind begrenzt. Wir bitten um Anmeldung – >
Anmeldung mit ConnFair

THEATRALE PERFORMANCE
zum EU – EUROPABILD von Zygmunt Blazejewski

„THE DEEP FLAGS“
Eine Momentaufnahme – KRIEGt Europa sich (noch) zusammen?

Aktueller Kontext: StummLaute Kriege an den EU-Außengrenzen, „Welle“ von Geflüchteten – vom Mittelmeer, Syrien bis hin zu den Ostblockstaaten und der Ukraine und das Verhältnis zu den USA, Brexit.

DIE IDEE
1958 wurde historisch der Grundstein der heutigen EUROPÄISCHEN UNION gelegt. Ihre verbürgten Grundrechte aus dem Vertrag von Lissabon 2007/9 sind

  • Achtung der Menschenwürde
  • Freiheit
  • Demokratie
  • Gleichheit
  • Rechtsstaatlichkeit
  • Wahrung der Menschenrechte
  • einschließlich der Rechte der Personen, die Minderheiten angehören

Nehmen wir an:
Diese in den genannten Grundrechten verankerten gesellschaftspolitischen, sozialen, demokratischen und völkerrechtlichen Richtlinien haben dafür gesorgt, dass wir, d.h. die Staaten der Europäischen Union, die letzten sieben Jahrzehnte in FRIEDEN – i. S. von Frieden bedeutet die Abwesenheit von Krieg – leben durften. Mit dem russischen Großangriff auf die Ukraine, am 24.2.2022, haben wir mitten in Europa wieder Krieg.
Nehmen wir weiter an:
Dieser Angriffskrieg ist im umfassenderen Sinne als Symbol einer sich schon vor mehreren Jahren beginnenden „Auflösung“ des europäischen Gedankens, sprich der EU-Grundrechte, zu verstehen. In seinem Werk EU-EUROPABILD nimmt der Künstler Zygmunt Blazejewski sich dieser vermuteten „Auflösung“ an: Einerseits weist er auf die bunte Vielfalt Europas hin und damit eindeutig auch auf ihren vorhandenen Reichtum. Andererseits zeigt er die Verwerfungen, Verletzungen, Verschiebungen und Verzerrungen auf, die inmitten des europäischen Gefüges bereits ihre dunklen Schatten werfen:

THE DEEP FLAGS!

Blazejewskis Kunstwerk EU–EUROPABILD wohnt eine vitale Dynamik inne, die mich direkt dazu auffordert, sie – THE DEEP FLAGS – in einem quasi holographisch erweiterten Raum lebendig werden zu lassen. Dafür bediene ich mich dem Prinzip der systemischen Aufstellungsmethode. Eine Aufstellung lebt aus dem Moment heraus, es zeigt uns ein potenziell reales Bild der aktuellen Situation, d.h. ein offenes System in einem theatral abgegrenzten Rahmen. Ein Experiment. Eine Momentaufnahme der EU.

Welche Geschichte erzählt uns die EU als Ganzes? Welche Geschichte erzählt uns jedes einzelne EU-Land, wenn es für eine kurze Zeit dem Kunstwerk EU-EUROPABILD, seiner Zweidimensionalität, entsteigt? Personifizierte Staaten treffen in der dritten Dimension aufeinander. Sie dialogisieren, erheben ihre Stimmen und zeigen ihre Gefühle – eine leibhaftig gewordene Analogie zur Dynamik des Kunstwerks: Ist das europäisch-weltliche Geschehen noch zu kontrollieren oder ahnen wir schon eine ängstliche Entgleisung bzw. erleben sich die personifizierten Länder hauptsächlich darin, wie sie die schon längst
vorhandene Entgleisung pseudomäßig zu kontrollieren suchen?

KRIEGt sich die EU noch zusammen? Das wäre für mich aktuell eine Ausgangsfrage für die theatrale Performance. Es ist ein Prozess, der seine Eigendynamik hat. Aufgrund meiner langjährigen Erfahrung als Systemischer Coach und Theaterregisseurin kann ich diesem Prozess einen künstlerisch-analogen Rahmen geben, ihm eine Richtung zuweisen, doch in seiner ureigenen, ihm immanenten Dynamik lässt er sich nicht kontrollieren. Dieses bewusste Aufdecken/Öffnen der „europäischen (Eigen-)Dynamik“ ist die Essenz meiner theatralischen Bearbeitung, eine Voraussetzung dafür, dem realen Ab-Bild des EU-EUROPABILDES aus der jeweiligen Situation heraus so nah wie möglich zu kommen.

 

Die Theatrale Performance ist kostenfrei, wir bitten um Spenden für die Künstler:innen und das ehrenamtliche Aufbau- und Organisationsteam des artLAB und LAB³ e.V.  und Getränke zum Selbstkostenpreis / Spende.
Wir weisen die Besucher:innen besoners darauf hin:
Während der Performance werden Foto- und Filmaufnahmen angefertigt, die auf den Webseiten und Social Media Kanälen von artLAB, LAB³ e.V. und der Künstlerin veröffentlicht werden.

 

Zu dieser Veranstaltung gelten natürlich die dann jeweils aktuellen Corona Regeln. Wir bitten um Beachtung. Hier finden Sie unser Hygiene-Coronakonzept.

 

Die Theatrale Performance findet im Rahmen der Gemeinschaftsausstellung „EXPERIMENT KONROLLIERTE ENTGLEISUNG“  vom 30.06.2022 bis 31. Dezember 2022 statt.  Zu den anderen Künstler:innen, zur Ausstellungseröffnung, Bildern davon, weiteren Informationen wie Lageplan, Begleitveranstaltungen über die Gemeinsschaftsseite

Cornelia Hargesheimer

Cornelia Hargesheimer ist Theaterfrau mit Leib und Seele und gleichzeitig bestimmt das Leben für sie noch einen Parallelweg: Die Arbeit mit dem Menschen. Beides zusammen – Theater und Systemik – formt sich über all die Jahre sukzessive und ganz organisch zu einer wunderbaren Synergie.
Cornelia Hargesheimer wird als Protestantin im erzkatholischen Fulda geboren, wächst in der Börsenstadt Frankfurt am Main auf und lebt heute in Darmstadt. Nach ihrem Abitur studiert sie an der LMU München Theaterwissenschaften, Kunst- und Neuere Geschichte. Das Studium ist ihr zu viel Theorie. So entscheidet sie sich zu einer Schauspielausbildung in der SCUOLA INTERNAZIONALE D’ATTORE in Florenz. Künstlerische Projekte mit namhaften Persönlichkeiten wie Dario Fo, Franca Rame, Bernhard-Marie Koltès oder Harald Junke führen Hargesheimer schließlich zur Regie. Bis in die 90er Jahre inszeniert sie an deutschen Theatern. Mit ihrer „geschickten“ Regiearbeit über die französische Bildhauerin und Rodin-„Mitarbeiterin“ Camille Claudel wird sie mit dem Wolfgang-Borchert-Theaterpreis ausgezeichnet und zum Theaterfestival Recklinghausen eingeladen. Die Regiearbeit bringt Hargesheimer folgerichtig zu einer weiteren wichtigen Entscheidung: Die Gründung einer eigenen privaten Schauspielschule. Hier lehrt sie sechs Jahre lang Schauspielstudent*innen das Schauspielhandwerk mit klassischen Methoden, aber auch mit in ihrer Regie selbst entwickelten Schauspielmethoden. Die Basis dieser Ausbildung ist – neben dem notwendigen Handwerk – vor allem, den Schauspielanwärter*innen persönliche Stärke, Durchsetzungskraft und Selbstwert zu geben. Drei essentielle Überlebensfaktoren generell in der Arbeitswelt, aber noch mehr in künstlerischen Berufen und dies vor allem im Bereich Theater!
Cornelia Hargesheimer liebt das Neue, Unbearbeitete – die Pionierarbeit. Mit ihrer angeborenen Neugier kommt sie Ende der 90er Jahre schließlich zum spannenden und in Deutschland noch gänzlich unbekannten Unternehmenstheater. Das heißt, Theater als perfektes Medium des Wandels und der Veränderung findet Eingang in die geheimnisvollen Hallen der Unternehmen, und zwar in Sachen: Beratung von Teambuilding, Führungskräftetraining und Persönlichkeitsentwicklung. Um den neuen Herausforderungen und ihren eigenen Ansprüchen gerechter zu werden, bildet sie sich in Personal– und Business-Coaching, Verhaltenstraining und vor allem in Systemischer Aufstellungsarbeit weiter. Vielfalt und Nonkonformität sind essentieller Ausdruck ihrer Arbeitsweise. Aus dieser Haltung heraus entwickelt sie spezielle Trainingsmethoden. Vor allem ihr Führungskräfteinstrument ORGtheater® setzt sie seit über 20 Jahren sehr erfolgreich sowohl in Großkonzernen wie Audi, BMW, dm-Drogeriemarkt, Deutsche Bahn und Evonik als auch in Behörden und NGOs ein.
Kernauseinandersetzung in ihrer Arbeit sind Kommunikation, Kreativität, Flexibilität und der Einklang mit den sich ständig wechselnden Herausforderungen der heutigen Leistungsgesellschaft. Ob im Theater, mit Schauspieler*innen oder im Unternehmen, mit Mitarbeiter*innen jeglicher Hierarchiestufe oder im Einzelcoaching: Immer geht es Cornelia Hargesheimer um BEWUSSTSEINSSCHULUNG. Zu wissen und zu erkennen, sprich auch zu erleben, was die eigenen Themen, Befindlichkeiten und Bedürfnisse sind, gibt uns eine zunehmende Freiheit, Selbstbestimmung und Selbstermächtigung.

www.corneliahargesheimer.de